TITANIC (2014)

von Stefan Fent

 

 

„Es hätte so eine beschauliche Fahrt werden können. Das schönste Schiff der Erde, mit den schönsten Menschen der Erde und nun das!“

 

Unsere Version der Titanic ist eine herzzerreißend-tragische Komödie - im übertragenen Sinn die Geschichte einer Gesellschaft, die, obwohl ihr das Wasser bis zum Hals steht, noch immer der festen Überzeugung ist, dass alles in Ordnung ist. Dass allein der blinde Glaube an die Macht der Technik, selbige unbesiegbar macht. Dass ein Schiff, mit dem Prädikat „unsinkbar“ versehen, nicht untergehen kann.

 

 

 

mit Markus Schramm, Lisa Fuchs, Isabell Meili, Doris Krause, Tonio Fuchs, David Fuchs, Sophie Pint,

Christian Korherr, Andreas Wipplinger, Andreas Kurz und Stefan Fent

 

REGIE: Erik Etschel, Lisa Fuchs

LICHTGESTALTUNG: Elwin Ebner

BÜHNENBILD: Thomas Kurz

KOSTÜME: Antje Eisterhuber

PRODUKTION: Die Werft

 

Pressestimmen:

 

Die Titanic sinkt im Parkbad und ein armer Eisbär ist tot

Kathrin Schütze, OÖN, 9.08.14

 

Nein, es war kein Eisberg, sondern ein armer Eisbär! Eine Tragödie wird derzeit im Parkbad neu geschrieben: Mit dem Stück "Titanic – Hurra! Wir sinken noch" von Stefan Fent sticht die erste Produktion des Linzer Kulturvereins "Die Werft" im Familienbecken in See: eine tragikomische, bitterböse Gesellschaftssatire, in die auch die fünf Phasen des Sterbens nach Elisabeth Kübler-Ross Eingang finden: Verleugnen, Zorn, Verhandeln, Depression und Akzeptanz.

Durch dieses Meer der Emotionen führt die Jungfernfahrt mit Lisa Fuchs und Erik Etschel am Regie-Steuer zur Live-Band (Musik-Steward: Bernhard Rehn). Eingestimmt wird das Publikum mit "My heart will go on" vom mehrstimmigen Chor der Hautevolee an Bord: das saturierte Milliardärspaar David und Lisa Fuchs, Doris Krause als selbstverliebte Diva, Isabel Meili als dauergrinsendes Party-Girl und Markus Schramm als gesetzte selbsternannte Intelligenzbestie. Sie alle eint eine Sorge: Wo, bitte, bleibt der "Château de Eisberg"?!

Bühnenbildner Thomas Kurz genügen wenige Details, um den Luxusliner am Rand des Familienbeckens anlegen zu lassen. Das Regie-Duo lässt die Szenen im Stop-and-Go-Modus wie einen Film ablaufen: In den Pausen drapieren Andreas Wipplinger und Christian Korherr als Conférenciers die in ihrem Amüsement (zu Eis?) erstarrten Figuren.

Innehalten lässt die First-Class-Passagiere sonst nur jener "Eisbär", der die Titanic rammte: das arme Tier! Und irgendwann ein nasser Schuh: Wie das?! Der Atlantik-Regen! Und so werden flugs Rettungsschirmchen aufgespannt. Ließe sie doch nur einmal Claudia Grevsmühl als panisch aufgelöster Steward innehalten!

Das Geschehen, in dem die Wogen der Komödiantik hochgehen und sich teils im Klamauk überschlagen, verlagert sich vom Beckenrand zusehends in dessen Mitte: Das Wasser steht der illustren Runde bis zum Hals.

Dazwischen fliegen wutentbrannt Eistorten, wird Gevatter Tod zum Zwiegespräch gebeten, dessen Einsätze sich unerklärlich mehren. Man ergötzt sich am Feuerwerk (der S.O.S.-Rakete), philosophiert über die "Arbeiterklasse" – die Botschaft schwimmt teils allzu offensichtlich obenauf.

Viel Beifall für den in Spiellust getränkten, eindreiviertelstündigen Untergang der Titanic.

 

 

Theater im Parkbad (2009-2014)

Seit 2009 wird das Linzer Parkbad von einer kleinen, aber unerschrockenen Crew zum Schau- und Spielplatz

für ein Theaterspektakel der besonderen Art umfunktioniert.

Jahr für Jahr stechen wir in See um mit sagenhaftem Einfallsreichtum, schrägem Spaß, wilder Action und erfrischend erbarmungslosem Augenzwinkern für feuchtfröhliche Sommerunterhaltung zu sorgen.

 

Wir wollen Theater machen für Jung und Alt, Neulinge und Kenner, Manager und Bademeister – Theater für Alle!

Denn die Parkbad-Reihe lebt nicht nur von der bunten Mischung der Teammitglieder und der Vielfalt an

Elementen und Ideen, sondern vor allem davon, dass sich genau diese Aspekte auch in ihrem Publikum wiederspiegeln.

 

"Moby Dick" (2009)

"Die Odyssee" (2010)

"Die Meuterei auf der Bounty" (2013)

"Titanic - Hurra, wir sinken noch!" (2014)