In 80 Tagen um die Welt (2020)

Ein rasantes Abenteuer

nach dem Jules Vernes Klassiker von Holger Schober

Der exzentrische englische Gentleman und Pünktlichkeits-fanatiker Phileas Fogg hat um 20.000 Pfund gewettet, dass er es schafft, in 80 Tagen einmal rund um die Welt zu fahren. Gemeinsam mit seinem Diener Passepartout begibt er sich auf eine Reise, die von Gefahren und Abenteuern nur so wimmelt.

Basierend auf der weltberühmten Erzählung von Jules Verne, die oft verfilmt wurde, bringt das Theater des Kindes eine Version mit 3 Schauspielern in über 20 Rollen auf die Bühne. Nicht mit dem Finger auf der Landkarte, sondern mit viel Fantasie, Humor und einer Prise Exotik werden die Zuschauer Mitreisende in einem mitreißenden Abenteuer. Eine Geschichte über Reiselust, Forscherdrang und ein wahnwitziges Wettrennen gegen die Uhr.

mit Simone Neumayr, Katharina Schraml, Matthias Hacker

 

Regie: Erik Etschel
Musik: Karl Lindner
Ausstattung/Kostüm: Natascha Wöss

Regieassistenz: Sabine Tödtmann

Lichtdesign: Franz Flieger Stögner

Premiere: 14. Februar 2020 im Theater des Kindes

 

Pressestimmen:

 

Weibliche Stärke und viel Humor

Volksblatt, 15.02.20

 

Großer Andrang bei der gestrigen Premiere von „In 80 Tagen um die Welt“ (ab fünf Jahren) von Holger Schober nach Jules Verne unter der Regie von Erik Etschel im Linzer Theater des Kindes. Es blieb kein Platz frei und kein Mundwinkel gesenkt. Humorvoll vom Anfang bis zum Ende. Etschel wurde seinem Anspruch gerecht, Theater für mehrere Generationen zu machen. Herauszuheben ist die schauspielerische Leistung des Trios Matthias Hacker (als Phileas Fogg), Katharina Schraml (als Passepartout) und vor allem Simone Neumayr, die in rund zehn Figuren schlüpfte und ihre Wandelbarkeit mit Bravour unter Beweis stellte.

Schon der Einstieg war fulminant. Hacker und Neumayr im rhythmisch rasanten Sprechgesang zwischen drei Wecker pendelnd. Fogg: „Genau getaktet ist ein jeder Tag!“ Doch seine regelgetreue und steife Art findet in der weiblichen und frechen Jean Passepartout eine Gegenspielerin. Das Abenteuer, die 20.000-Pfund-Wette, im Jahr 1872 in 80 Tagen um die Welt zu reisen, kann beginnen.

Genial: Die überdimensionale Reisetasche, die zum Heißluftballonkorb, zum Schiff und zu vielem mehr wird. Jede Herausforderung wird gemeistert — vor allem von Passepartout, die klug ihre Frau steht. Sie kämpft nicht mit dem Stier (sensationell unterhaltsam gemimt von Neumayr), sie macht einen Deal mit ihm, schafft eine Win-win-Situation, trickst bei der Befreiung der indischen Prinzessin Aouda und überhaupt: Sie ist „fähig“ und hält mehr aus, als so mancher … Ja, sie trifft Fogg mitten ins Herz. Es gilt aufs Herz zu hören. Am Ende bekommt Passepartout einen Antrag, samt Kuss. „Wähhh“, finden das nur die Gäste in der Vorpubertät.

Ein packendes Stück, das die Stärke der Frauen in den Fokus rückt, weise Sätze, lustige Sprache und nicht einmal „Frozen“, „Titanic“ oder eine Hommage an Billie Eilish fehlen. Und die Datumsgrenze? Die ist schwierig zu erklären. „Am besten Lehrer oder Eltern fragen!“ Das Publikum war begeistert und lobte mit ganz viel Applaus.

 

Ein fabelhafter Ritt um die Welt

Oberösterreichische Nachrichten, 15.02.20

"In 80 Tagen um die Welt" im Theater des Kindes: Rasante Reise mit Botschaft.

London im Jahr 1872. Der steinreiche Phileas Fogg ist ein typischer Brite: korrekt, perfekt, regelverliebt. Und er mag das Risiko. So wettet er, in 80 Tagen um die Welt reisen zu können. Sofort macht er sich mit der neuen Dienerin Passepartout auf den Weg. Sie ist wiederum genau das Gegenteil ihres Herrn: spontan, wagemutig, frech.

Aus diesen Zutaten des Klassikers von Jules Verne zimmert Autor Holger Schober eine abgewandelte, schwungvolle Variante für Kinder ab fünf, die gestern im Linzer Theater des Kindes Premiere hatte. Dank witziger Dialoge (Fogg zu Passepartout: "Sie sind aber frech!" – Passepartout zu Fogg: "Sie sind aber steif!") und viel Klamauk auf der Bühne waren die Erst- und Drittklassler der Linzer Karlhofschule als Premierenpublikum gespannt bei der Sache, auch Schobers Botschaft kam an: Regeln sind wichtig, können aber, wenn’s sein muss, über Bord geworfen werden.

Erik Etschel setzte die Geschichte originell in Szene, zum Beispiel mit einem Stierkampf in Zeitlupe. Sehr gelungen ist der riesige Reisekoffer (Ausstattung: Natascha Wöss), der wahlweise zum Ballon, Schiff oder Zug wird, das Beste am Stück sind aber Matthias Hacker als stocksteifer Phileas Fogg, Katharina Schraml als niemals maulfaule Passepartout und Simone Neumayr, die acht Rollen in 55 Minuten schafft. Hut ab!